Von Solidaridad Honduras

Im Norden von Honduras transformieren Kleinbauern von PAIGUAY, dem Verband unabhängiger Erzeuger afrikanischer Ölpalmen aus Guaymas, ihr Produktionsmodell hin zu mehr Nachhaltigkeit. Ursprünglich gegründet, um die Industrie mit frischen Fruchtständen (FFB) zu beliefern, verfolgt die Organisation mittlerweile einen langfristigen Nachhaltigkeitsansatz. Der Wendepunkt kam mit der Einführung des RSPO-Standards für unabhängige Kleinbauern, der nun ihren Wandel leitet: 31 Mitglieder arbeiten bereits an Meilenstein A, während sich weitere 43 auf diesen Weg vorbereiten. PAIGUAY umfasst heute mehr als 500 unabhängige Kleinbauern.
Neben der Erfüllung technischer Anforderungen rücken in den Schulungen nun auch Themen in den Vordergrund, die einst wenig mit der Landwirtschaft zu tun hatten. Was bedeutet faire Behandlung von Arbeitnehmern? Wie lassen sich Diskriminierung und Belästigung im ländlichen Raum verhindern? Welche Rolle spielen Landrechte für die Nachhaltigkeit?
Diese Fragen haben einen Dialog angestoßen, der das Rollenverständnis der Produzenten grundlegend verändert. In diesem Kontext ist Nachhaltigkeit kein abstraktes Konzept mehr, sondern gelebte Praxis.
Eine der bedeutendsten Veränderungen ist die zunehmende Sichtbarkeit der Rolle der Frauen. Obwohl ihre Beiträge historisch gesehen eher im Hintergrund blieben, werden Frauen heute als Schlüsselakteurinnen im landwirtschaftlichen Management anerkannt. Von der Überwachung der Produktionsprozesse bis hin zur Anwendung umweltverträglicher Praktiken stärkt ihre Beteiligung die Effizienz und Nachhaltigkeit des Systems.
Dieser Transformationsprozess wurde auch durch eine Stärkung der technischen Infrastruktur begleitet. Der Einsatz digitaler Werkzeuge zur Erfassung von Geodaten hat die Rückverfolgbarkeit und Entscheidungsfindung verbessert. Individuelle technische Unterstützung und die Implementierung von Managementsystemen, die dem RSPO-Standard für unabhängige Kleinbauern entsprechen, haben die Produktionsstandards deutlich angehoben. Darüber hinaus hat die Unterstützung durch den RSPO-Fonds zur Förderung von Kleinbauern (RSSF) dazu beigetragen, die Einbindung von Kleinbauern in nachhaltige Lieferketten zu stärken, indem Ressourcen bereitgestellt wurden, die die Lebensgrundlagen verbessern, die Gemeinschaften stärken und die Anwendung nachhaltigerer und widerstandsfähigerer Anbaumethoden unterstützen.
Hinter diesen Fortschritten stehen konkrete Veränderungen: eine stärkere Organisation, verbesserter Zugang zu Informationen, effizientere Anbaumethoden und eine zunehmende Integration in nachhaltige Wertschöpfungsketten. Das einst rein auf Produktionsmengen ausgerichtete Modell entwickelt sich nun hin zu einem, das Rückverfolgbarkeit, die Einhaltung der NDPE-Verpflichtungen (keine Entwaldung, kein Torfabbau, keine Ausbeutung) und die Einbeziehung unabhängiger Kleinbauern priorisiert.
Dieser Prozess wird von Solidaridad Honduras im Rahmen umfassenderer Bemühungen zur Förderung inklusiverer und nachhaltigerer Modelle im Palmölsektor unterstützt. Die eigentliche Triebkraft dieses Wandels liegt jedoch bei den Produzenten selbst, die bewiesen haben, dass Nachhaltigkeit kein fernes Ziel ist, sondern eine Entscheidung, die Tag für Tag umgesetzt wird.
PAIGUAYs Weg endet nicht mit der Zertifizierung. Ihre Erfahrungen ebnen den Weg für eine Nachahmung in anderen Gebieten und zeigen, dass Kleinbauern, wenn sie Zugang zu Werkzeugen, Wissen und Märkten erhalten, zu Schlüsselakteuren in verantwortungsvollen globalen Lieferketten werden können.
In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit immer mehr zur Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit wird, zeigen Geschichten wie diese, dass die Transformation des Palmölsektors vor Ort beginnt, mit konkreten Entscheidungen und mit Produzenten, die sich dem Aufbau einer anderen Zukunft verschrieben haben.
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