Von: MBA Lisa Ortuño Ibarra, Geschäftsführerin, CREW und Lic. Marlon Antonio Monge Castro, Geschäftsführer, CANAPALMA
Der Anbau von Ölpalmen begann in Costa Rica in den 1940er Jahren als Alternative zur Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion. Seine Ausbreitung festigte sich in den 1970er Jahren, vor allem in der südlichen Region und im zentralen Pazifikraum, und entwickelte sich schließlich zu einer strategischen Kulturpflanze des Landes. Heute werden fast 75,000 Hektar mit Ölpalmen bepflanzt, was Arbeitsplätze im ländlichen Raum schafft und die lokale Wirtschaft ankurbelt. Seine Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit hängen jedoch von der Anwendung verantwortungsvoller Produktionsmethoden ab, die ökologische, soziale und ethische Kriterien berücksichtigen.
In diesem Kontext hat die Nationale Kammer der Palmölproduzenten (CANAPALMA) eine aktive Rolle bei der Förderung eines nachhaltigen Palmölmodells übernommen, das sich an den RSPO-Prinzipien und dem „One Health“-Ansatz orientiert, welcher die Wechselwirkungen zwischen menschlicher, tierischer und ökologischer Gesundheit anerkennt. Ein grundlegender Bestandteil dieser Vision ist die Anerkennung des Tierschutzes als Schlüsselfaktor für die Nachhaltigkeit des Sektors.

Costa Rica weist eine Besonderheit in seinem Produktionssystem auf: In vielen Palmenanbaugebieten, insbesondere dort, wo der Zugang eingeschränkt ist, sind Arbeitspferde – hauptsächlich Maultiere – nach wie vor unverzichtbar für den Transport der Palmfrüchte. Diese Tiere erfüllen nicht nur eine strategische Produktionsfunktion, sondern repräsentieren auch ein historisches und kulturelles Erbe der nationalen Landwirtschaft und tragen im Vergleich zum Einsatz motorisierter Maschinen zu einer geringeren CO₂-Bilanz bei.
CANAPALMA ist sich dieser Realität bewusst und fördert daher über seine technische Abteilung eine Kooperationsvereinbarung mit der Organisation Costa Rica Equine Welfare (CREW). Ziel dieser Vereinbarung ist es, das Wohlbefinden von Arbeitspferden und -huhen im Ölpalmenanbau zu verbessern und auszubauen. Durch Schulungen für Erzeuger und Anwender, die Beurteilung des Körperzustands, Verbesserungen in der Fütterung, Anpassungen am Geschirr, präventive tierärztliche Versorgung und Aufklärung über einen respektvollen Umgang mit Tieren sollen nachhaltige Veränderungen erreicht werden.
Die Ergebnisse dieser Initiative sind bereits sichtbar. Bei Palmatica, einem mit CREW eng verbundenen Partnerunternehmen, wurden deutliche Verbesserungen im Körperzustand der Pferde festgestellt, darunter ein Rückgang arbeitsbedingter Verletzungen, eine höhere Ausdauer und eine gesteigerte Leistungsfähigkeit bei Transportarbeiten. Diese Fortschritte belegen, dass Tierschutz nicht nur eine ethische Verpflichtung darstellt, sondern sich auch positiv auf Produktivität, Arbeitssicherheit und betriebliche Effizienz auswirkt.
Dieser umfassende Ansatz steht im Einklang mit mehreren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), darunter SDG 1 (Keine Armut), SDG 2 (Kein Hunger), SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Er bekräftigt zudem das Engagement des costa-ricanischen Palmölsektors für internationale Standards wie den RSPO und stärkt so dessen Reputation, Wettbewerbsfähigkeit und Legitimität auf den internationalen Märkten.
Die Erfahrungen Costa Ricas zeigen, dass ein Übergang zu einem umweltfreundlichen Palmölmodell möglich ist, bei dem Produktivität mit Umweltschutz und Tierschutz im Einklang steht. Die Führungsrolle von CANAPALMA in Zusammenarbeit mit spezialisierten Organisationen und Unternehmen der Branche ist entscheidend für die Festigung einer verantwortungsvollen, ethischen und nachhaltigen Palmölproduktion – zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt.
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