Über 50 Branchenvertreter trafen sich in Hamburg zum 5. Europäischen Mitgliedertreffen der RSPO, um sich über die Zukunft von nachhaltigem Palmöl angesichts der sich wandelnden EU-Vorschriften abzustimmen. Die jährliche Veranstaltung beleuchtete Deutschlands zentrale Rolle im Markt für nachhaltiges Palmöl, Aktualisierungen der RSPO-Standards und des Beschwerdeverfahrens sowie die wachsende Bedeutung einer transparenten Marktkommunikation in einem sich verändernden regulatorischen Umfeld.

Im Januar 2026 veranstaltete die RSPO ihr fünftes europäisches Mitgliedertreffen in Hamburg, Deutschland. Über 50 Branchenvertreter – vorwiegend aus Deutschland – aus der nachhaltigen Palmöl-Lieferkette kamen zusammen. Diese bedeutende jährliche Veranstaltung dient den Mitgliedern weiterhin als Plattform, um sich angesichts des sich rasch wandelnden regulatorischen Umfelds über die Zukunft des nachhaltigen Palmöls abzustimmen.

Deutschlands Schlüsselrolle bei der Förderung von nachhaltigem Palmöl

Die Entscheidung, das Mitgliedertreffen 2026 in Deutschland auszurichten, unterstreicht das Engagement des Landes für nachhaltige Beschaffung. Deutschland hat derzeit mit über 480 Mitgliedern die höchste RSPO-Mitgliederzahl in Europa und die zweithöchste weltweit. Diese starke Präsenz verdeutlicht die Rolle des deutschen Marktes als nachgelagerter Markt, der verantwortungsvolle Praktiken in der globalen Lieferkette vorantreibt und einfordert.

Die Veranstaltung unterstrich auch das breitere regionale Wachstum: Europa trug 31 % zum gesamten Mitgliederzuwachs der RSPO bei. Im Jahr 2025 stieg die Mitgliederzahl um 239 auf 2,918 – nach einem Zuwachs von 204 im Jahr 2024. Ein stetiges Wachstum ist in Mittel- und Osteuropa zu verzeichnen. 

Um dieses Wachstum zu unterstützen, konzentriert sich RSPO weiterhin auf die Stärkung von Partnerschaften durch nationale Initiativen, die den Mitgliedern eine verbesserte, lokal verankerte Unterstützung bieten. Im Vorfeld des Mitgliedertreffens hatten RSPO und das deutsche Forum für nachhaltiges Palmöl (FONAP) … gaben ihre gegenseitige Mitgliedschaft bekanntDiese nationale Initiative sowie die Italienische Union für nachhaltiges Palmöl und der Niederländische Allianz für nachhaltiges Palmöl (DASPO) waren ebenfalls anwesend.

Stärkung von Standards und Verantwortlichkeit

Derzeit überarbeitet die RSPO den Standard für die Lieferkettenzertifizierung (SCC). Die anwesenden Mitglieder erhielten Informationen zum Stand des Prozesses, der sicherstellen soll, dass der SCC-Standard in den nächsten fünf Jahren weiterhin streng, relevant und praktisch umsetzbar für die Branche bleibt. In der Präsentation wurden der Zeitplan der Überarbeitung und die erwartete Zustimmung erläutert sowie die vorgeschlagenen Änderungen hervorgehoben, die die eingesetzte Task Force im Rahmen dieser Überarbeitung überwachen soll.

Im Anschluss daran wurde der Beschwerdemechanismus der RSPO eingehend untersucht. In einer Live-Fragerunde erhielten die Mitglieder ein tieferes Verständnis des Mechanismus. RSPO-Beschwerde Die Zugänglichkeit und die Kernprinzipien des Mechanismus wurden hervorgehoben. Dieser Dialog bekräftigte zudem, dass ein transparentes Beschwerdeverfahren nicht bloß eine Formalität, sondern ein glaubwürdiger Kanal zur Ahndung von Verstößen gegen die Standards, Verfahren und Kodizes der RSPO ist.

Francesca Morgante, Leiterin Global Key Accounts und Markttransformation Europa bei RSPO, erklärte: „Wenn Verbesserungen erzielt werden können, wenn Parteien kritische Probleme zu lösen haben, stellen Sie sich vor, was im Alltag mit Ihren Partnern – ob Lieferanten oder Kunden – noch mehr erreicht werden kann.“ Sie reflektierte über die Rolle von Dialog und Zusammenarbeit bei der Beilegung von Streitigkeiten.

EU-Vorschriften und Marktkommunikation

Eine von Ruben Brunsveld, stellvertretender Direktor (EMEA) der RSPO, moderierte Podiumsdiskussion regte zu aufschlussreichen Gesprächen zwischen den Teilnehmern an, darunter Sascha Tischer (stellvertretender Vorstandsvorsitzender von FONAP), Jutta Stutte (Global Sustainability Manager bei BASF), Ilka Petersen (Senior Advisor beim WWF) und Annika Haus (Sustainability Manager bei Ferrero). Ziel der Diskussion war es, zu erörtern, was der regulatorische Wandel in Europa für nachhaltiges Palmöl bedeutet. 

Die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) Das Projekt wurde für seine ambitionierten Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Palmöl gewürdigt – von der Produktion und der Einbindung von Kleinbauern bis hin zur Endverarbeitung und dem Einzelhandel. Die Diskussionsteilnehmer brachten die in der Branche herrschende Unsicherheit und Vorsicht zum Ausdruck: Trotz sorgfältiger Vorbereitungen der Unternehmen werden die Erwartungen durch sich ändernde Zeitpläne und Gegebenheiten gedämpft. 

Es wurde auch darauf hingewiesen, wie Gesetze, wie zum Beispiel die Richtlinie zur Stärkung der VerbraucherrechteDies kann die Bedeutung glaubwürdiger Zertifizierungssysteme stärken. Vor diesem Hintergrund prüft die RSPO, wie das RSPO-Label und seine Regeln für Werbeaussagen die Richtlinie ergänzen und den Mitgliedern als relevante Ressource dienen können, um ihre Nachhaltigkeitsbemühungen gegenüber Endverbrauchern zu kommunizieren.

In den darauffolgenden Sitzungen wurde die Bedeutung der Marktkommunikation, einschließlich der Nutzung der RSPO-Marke, erneut hervorgehoben. Deutschland verfügt derzeit über die höchste Anzahl an Markenlizenzen (derzeit 210) in Europa. 

In einer abschließenden Präsentation wurde die Bedeutung von positivem Storytelling und gemeinsamer Kommunikation mit Interessengruppen zur Sensibilisierung für nachhaltiges Palmöl hervorgehoben, was sich auch in einem gesteigerten Verbraucherbewusstsein niederschlagen wird.

„Wenn Sie nachhaltiges Palmöl in den Mittelpunkt Ihrer Aktivitäten entlang der Lieferkette stellen, können Sie wertvolle Möglichkeiten erschließen und einen bedeutenden Einfluss ausüben“, betonte Morgante zum Abschluss der erfolgreichen jährlichen Mitgliederversammlung.

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